Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

Memoria
COL / THA / UK / MEX / F / D / QAT 2021 • 136 Min. • frei ab x • MPAA: Rated PG for some thematic elements and brief language • engl. / span. O.m.U.
Regie: Apichatpong Weerasethakul (s.a. »Tropical Malady« (2004))
Buch: Apichatpong Weerasethakul
mit: Tilda Swinton (s.a. »We Need To Talk About Kevin« (2011) und »The Deep End« (2001) und »Love Is The Devil« (1997) und »Edward II« (1991) und »Caravaggio« (1986) sowie »Derek« (2008)), Agnes Brekke, Daniel Giménez Cacho, Jerónimo Barón, Juan Pablo Urrego, Jeanne Balibar
Kamera / Bildgestaltung: Sayombhu Mukdeeprom
Schnitt / Montage: Lee Chatametikool (s.a. »Tropical Malady« (2004))
Musik: César López
Preis der Jury Cannes Filmfestival 2021

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Seit Jessica bei Tagesanbruch von einem lauten Knall aufgeschreckt wurde, leidet sie unter Schlafstörungen. Immer wieder hört sie dieses bedrohliche Geräusch, das außer ihr sonst niemand wahrzunehmen scheint. Sie reist ins kolumbianische Bogotá, um ihre kranke Schwester Karen zu besuchen. Dort versucht sie auch mit einem Sounddesigner dem mysteriösen Geräusch auf die Spur zu kommen und in Streifzügen durch die Stadt und Umgebung Klarheit zu finden. Sie freundet sich mit der Archäologin Agnès an. Diese untersucht menschliche Überreste, die beim Bau eines Tunnels entdeckt wurden. Jessica besucht Agnès an der Ausgrabungsstätte. Eine noch tief verborgene Ahnung, woher das Geräusch rühren könnte, wächst in Jessica heran. In einer kleinen Stadt in der Nähe der Ausgrabungsstätte macht sie schließlich die Bekanntschaft des Fischers Hernán. Beide verbringen zusammen Zeit am Fluss, tauschen Erfahrungen aus und teilen Erinnerungen miteinander. Gegen Abend empfindet Jessica schließlich ein ungewöhnliches Gefühl der Klarheit …

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Der Tontechniker Hernán hilft Jessica eine Aufnahme von dem Ton, den sie gehört hat, zu machen …

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Hernán hat Jessica ein Tape seiner Band zu hören gegeben …

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An der Universität von Colombo zeigt Agnès ihr, Überreste eines jungen Mädchens, ca. 60.000 Jahre alt …

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Sie plant Kühlschränke für ihre Orchideen zu kaufen …

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Regisseur Apichatpong Weerasethakul schickt seine Hauptdarstellerin Tilda Swinton auf eine somnambule Suche nach dem Ursprung eines Geräuschs, das nur sie zu hören scheint. Ihr Weg führt sie nach Kolumbien, wo sie gänzlich unerwartet auf Menschen trifft, die ihr Hilfe anbieten. Erzählt in meditativer Langsamkeit, Bild und Ton auf besondere Art und Weise eng miteinander verbunden, erzeugen nicht greifbare Ahnungen. MEMORIA ist eine geheimnisvolle, sinnliche Kinoerfahrung, ein Rausch für das Unterbewusstsein aus Erinnerungen, Träumen und Geschichten.

Das neue Kinoerlebnis von Regisseur Apichatpong Weerasethakul bekräftigt seinen Stellenwert als einer der originellsten Stimmen des zeitgenössischen Kinos gilt. Gemeinsam mit Hauptdarstellerin Tilda Swinton nimmt der thailändische Regisseur die Zuschauer:innen mit auf eine audiovisuelle Reise, spielt mit Seh- und Hörgewohnheiten, kratzt am Tor der Vergangenheit Kolumbiens und beschwört Ahnungen der kolonialen Historie herauf, um sie in der nächsten Einstellung im Hier und Jetzt wieder verlaufen zu lassen. MEMORIA ist eine meditative Spurensuche, ein mysteriös-mystisches Klang- und Bilderlebnis. Eine besondere Rolle nimmt der Ton ein, geschaffen von einem mehrköpfigen Sound-Team: Er erzeugt Stimmungen und Ahnungen, wispert Geschichten, haucht historische Erinnerungen, holt dröhnend in den Großstadt-Alltag zurück und umspielt so die langsame, ruhige Bildsprache der starken Aufnahmen von DOP Sayombhu Mukdeeprom.
Für MEMORIA drehte Regisseur Apichatpong Weerasethakul erstmals fern seiner thailändischen Heimat in Kolumbien und verarbeitete laut eigener Aussagen in dem Film eigene Erfahrungen mit Halluzinationen auf seinen Reisen durch das Land: 'Während meiner Recherche hörte ich im Morgengrauen häufig ein lautes Geräusch - ein innerliches, das mich auf meinen weiteren Reisen immer wieder heimsuchte. Dieses Symptom ist für mich untrennbar mit meinem Aufenthalt in Kolumbien verbunden. Es war die Grundlage für eine Figur, deren Hörerfahrung sich mit dem Gedächtnis des Landes verknüpft.'

Dieser Film läuft im Xenon im Mai 2022

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