Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

In den Uffizien
D 2021 • 96 Min. • frei ab 0 • ital. / engl. / dt. O.m.U.
Regie: Corinna Belz (s.a. »Gerhard Richter Painting« (2011)), Enrique Sánchez-Lansch
Buch: Corinna Belz, Enrique Sánchez-Lansch
mit: Eike Schmidt (Direktor Uffizien), Alberica Barbolani da Montauto (Referentin der Direktion), Claudio di Benedetto (Leiter der Bibliothek), Antonio Godoli (Leitender Architekt), Nicola Santini (Architekt), Antony Gormley (Bildhauer) uvam.
Kamera / Bildgestaltung: Johann Feindt (s.a. »Gerhard Richter Painting« (2011)), Thomas Riedelsheimer (s.a. »Between The Lines« (2005))
Schnitt / Montage: Anne Fabini
Musik: Christoph Kaiser, Julian Maas (s.a. »3 Tage in Quiberon« (2018))

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Die Uffizien in Florenz - ursprünglich ein Bürogebäude der Medici, die hier schon 1581 ihre legendäre Kunstsammlung ausstellten - wurden zum Vorbild aller Museen. Heute wird die weltweit bedeutendste Sammlung an Renaissancekunst, eine Ikone der italienischen und europäischen Kultur mit mehr als zwei Millionen Besucher:innen jährlich, vom deutschen Direktor Eike Schmidt geleitet. Eike Schmidt wirbt um Sponsoren, gestaltet Räume neu und hat, mit der ihm eigenen Mischung aus Aufmerksamkeit, Fachkenntnis, Leidenschaft und Humor ein eingeschworenes Team um sich geschart.

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Bei seinem Amtsantritt 2015 hatten die Uffizien keine Website. Nun soll das Museum offener, besucherfreundlicher, lebendiger werden. ‚In den Uffizien‘ zeigt die ungebrochene Anziehungskraft des Museums und die Arbeit hinter den Kulissen als eine kollektive Anstrengung, eine nie endende, passionierte Sorge um die Erhaltung jahrhundertealter Meisterwerke bei gleichzeitiger Neuerung. Alles atmet in diesen Sälen und Fluren Geschichte und Bedeutung, jede Handlung wird zum Ritual. Während des Aufbaus einer Ausstellung mit zeitgenössischen Skulpturen des berühmten britischen Künstlers Antony Gormley erleben wir, wie sensibel und konfliktgeladen solche Begegnungen sind. Es geht um jeden Zentimeter. Europäische Diplomatie ‚en miniature‘.

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Der Film dringt tief ein in den lebendigen, labyrinthischen Kosmos der Uffizien. Immer wieder taucht die Kamera in die Bildwelten ein: Leonardo da Vincis „Anbetung der Könige”, Botticellis „Frühling”, Tizians „Venus von Urbino“, Artemisia Gentileschis „Judith und Holofernes” oder Andrea Commodis „Engelssturz”, dessen fallende Körper uns schmerzhaft an unsere eigene Hybris und Verletzlichkeit erinnnern. Wir begegnen einem ungeheuren Überfluss an Schönheit, der politische Machtwechsel, zwei Weltkriege und Seuchen überstand. Am Ende hat nicht Mars, der Kriegsgott, sondern Venus, das letzte Wort …

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Caravaggios »Medusa« …

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Die Entstehung der Uffizien:
1560:
Unter Cosimo I. de‘ Medici, Großherzog der Toskana, Baubeginn des Gebäudekomplexes der Uffizi („Büros“) zur Unterbringung von Ministerien und Verwaltung. Nach dem Tod des Architekten Giorgio Vasari 1574 wird der Bau von Bernardo Buontalenti und Alfonso Parigi bis 1581 weitgehend voll-
endet. Über den Corridoio Vasariano, ein Gang quer durch die Stadt von beeindruckender Länge, ist das Gebäude über den Ponte Vecchio hinweg mit dem Palazzo Pitti auf der anderen Arno-Seite verbunden, über einen deutlich kleineren Gang mit dem Palazzo Vecchio.

1580:
Einrichtung der „Galleria“ im Bogengang des Obergeschosses der Uffizien und Bau der„Tribuna“ durch Buontalenti zur Präsentation von Kunstwerken, in Erweiterung der von Cosimos Nachfolger Francesco de‘ Medici im Palazzo Vecchio eingerichteten Kunstsammlung.

1587:
Nach dem Tod seines Bruder Francesco lässt der neue Großherzog Fernando I de Medici weitere Kunstwerke in die Uffizien verbringen und dazu die Sammlung von Porträts berühmter Persönlichkeiten der Zeit von Cristofano dell‘ Altissimo (Kopien der originalen Sammlung von Paolo Giovio) und die von Franceso begonnene Porträtreihe wichtiger Mitglieder der Familie Medici - bis heute in den drei Korridoren der Galerie zu sehen. Einrichtung neuer Räume und ständige Erweiterung der Sammlung durch Erwerb neuer Werke oder den Umzug alter Werke z.B. aus der Villa Medici in Rom in die Uffizien.

1737:
Tod des letzten Großherzogs der Medici, Gian Gastone de‘ Medici. Seine Schwester Anna Maria Luisa de‘ Medici vermacht als Repräsentantin des Hauses Gebäude und Kunstsammlung der Stadt Florenz unter der Bedingung, dass sämtliche Kunstwerke in der Stadt verbleiben.

1769:
Die Sammlungen der Uffizien werden öffentlich zugänglich gemacht und stehen damit am Anfang der europäischen Museumsgeschichte. Der Begriff „Galerie“ zur Bezeichnung eines Ausstellungsraums für Kunstwerke leitet sich aus den Galerien der Uffizien her.

Dieser Film läuft im Xenon im Dezember 2021

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