Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

dunkelblaufastschwarz
»azuloscurocasinegro« ESP 2006 • 105 Min. • span.O.m.U.
Regie: Daniel Sánchez Arévalo
Buch: Daniel Sánchez Arévalo
mit: Quim Gutiérrez, Marta Etura, Antonio de la Torre (s.a. »Volver«), Héctor Colomé, Raúl Arévalo, Eva Pallarés
Kamera / Bildgestaltung: Juan Carlos Gómez
Schnitt / Montage: Nacho Ruiz Capillas (s.a. »Princesas«)
Musik: Pascal Gaigne

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Jorge … Gute Freunde: Jorge und Israel ...

»dunkelblaufastschwarz« ist ein Seelenzustand, eine ungewisse Zukunft, eine Farbe: Eine Farbe, die wir nicht immer sofort erkennen und die sich abhängig von Licht, Medium und Stimmung verändert.«

Jorge hat die letzten Jahre damit verbracht, seinen Vater zu pflegen und sein Studium zu beenden. Nun träumt er von einem selbst bestimmten Leben, vom Eintritt in eine Welt, zu der er noch nicht gehört. Durch seinen Bruder Antonio, der im Knast sitzt, lernt er Paula kennen. Das ist der Beginn einer ungewöhnlichen Beziehung, denn eigentlich sind Antonio und Paula ein Paar. Ein Paar im Gefängnis, wo eigene Regeln gelten: Paulas Wunsch nach einem Kind, um in den geschützten Bereich der Mutter-Kind-Station aufgenommen zu werden, beunruhigt Antonio, der zeugungsunfähig ist. Und so wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Bitte an seinen Bruder … Diese Begegnung wird Jorges Leben verändern. Unter Paulas Einfluss beginnt er, sich nicht länger für alles verantwortlich zu fühlen und nicht immer die Erwartungen anderer zu berücksichtigen; er erkennt, dass er seine Wünsche selbst durchsetzen muss …
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Andrés macht es seinem Sohn Jorge nicht immer leicht ... Jorge und Israel an ihrem Stammplatz ...

Die Kunst des Verzichtens und der schwierige Lernprozess, den sie nach sich zieht, sind nicht nur mir begegnet sondern auch tief im Film vorhanden. ‚dunkelblaufastschwarz‘ ist eine Geschichte über Menschen, die gegen ihr Schicksal kämpfen, gegen das, ?was in den Sternen geschrieben steht“. Die Charaktere sind jenseits einer Glasscheibe gefangen, dessen Glas so dünn ist, dass man es kaum sieht, fast unsichtbar, aber unmöglich zu ignorieren. Eine Glasscheibe, die sie von ihren Träumen trennt ­ in die sie ständig hineinlaufen und die sie täglich vergessen. Die Charaktere sind Menschen, die nicht unterscheiden können zwischen dem, was sie wollen und dem, was sie brauchen; Menschen, die sich schwer damit tun, Dinge aufzugeben, die alles wollen, und die doch allmählich lernen müssen, sich nicht mehr zu widersetzen, nicht mehr gegen alle Widrigkeiten zu kämpfen, nicht als Zeichen von Fügsamkeit sondern genau das Gegenteil. Sie müssen lernen, ihre eigenen Grenzen zu akzeptieren, um ­ langsam ­ voranzukommen. So landen sie schließlich an einer Stelle, die überhaupt nicht ihren Träumen entspricht, die aber ähnlich oder sogar schöner und angenehmer ist.

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Jorge und Paula kommen sich näher