Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

Baal
BRD 1969 / 2014 • 85 Min. • frei ab 12
Regie: Volker Schlöndorff (s.a. Protagonist in »Fassbinder«)
Buch: Volker Schlöndorff nach Bertolt Brecht
mit: Rainer Werner Fassbinder (s.a. »Fassbinder« und Regie »Fontane Effi Briest« und »Die bitteren Tränen der Petra von Kant«), Sigi Graue, Margarethe von Trotta, Hanna Schygulla (s.a. »Fassbinder« und »Auf der anderen Seite« und »Fontane Effi Briest« und »Die bitteren Tränen der Petra von Kant«), Marian Seidowsky
Kamera: Dietrich Lohmann
Schnitt / Montage: Peter Ettengruber
Musik: Klaus Doldinger

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1969: der junge Fassbinder spielt Brechts Baal, hier mit Hanna Schygulla

Bertolt Brechts spätexpressionistisches Werk in der Gegenwart von 1969: Der Lyriker und Anarchist Baal haust in einer Dachkammer und liest Kutschern seine Gedichte vor. Die bürgerliche Gesellschaft reisst sich um ihn und spuckt ihn wieder aus. Baal streunt umher, durch Wälder und auf Autobahnen, gierig nach Schnaps und Zigaretten, Frauen und Männern: »Man muss das Tier herauslassen, ans Sonnenlicht mit dem Tier.« Er schwängert eine junge Schauspielerin und empfindet sie bald als Mühlstein an seinem Hals. Er ersticht einen Freund und stirbt allein. »Unnütz bist du, räudig, toll, du Tier, kriechst in des Baumes unterstes Geäst.«

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mit Margarethe von Trotta

Der Film macht jugendliches Ungestüm und Hass auf erdrückende Umstände zum Thema, reflektiert Geniekult und Sexualmoral. Rainer Werner Fassbinder spielt Baal und zugleich sich selbst. Um ihn herum zahlreiche Akteure, die in seinen späteren Filmen immer wieder zu sehen sein werden. Brechts Witwe Helene Weigel untersagte nach der Ausstrahlung des Films im westdeutschen Fernsehen jede weitere Aufführung. Ihre Begründung: Die gesellschaftlichen Umstände, aus denen Baals Rebellentum resultiere, seien ungenügend herausgearbeitet worden. Berlinale 2014

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Dieser Film lief im Xenon im März bis Mai 2014