Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

Julia
D / LIT 2013 • 89 Min. • frei ab 16
Regie: J.Jackie Baier
Buch: J. Jackie Baier
mit: Julia Krivickas, Sandra Fregin, Wlodzimiercz Lerch, Vitalij Berezudskij, Ričardas Orzichovskis, Renaté Lusis, Regina Taurinskiene
Kamera / Bildgestaltung: Dieter Vervuurt (2010 - 2012), Thorsten Schneider (2005 - 2009)
Photos / Stills: J. Jackie Baier
Schnitt / Montage: Steffen Reck
Musik: Christopher Franke, Princessin Hans

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Julia 2003 beim Foto-Shooting

Eine Geschichte von Leidenschaft und Aufruhr, von Selbstentdeckung und Wut auf die ganze Welt. Was genau treibt einen Jungen von der Kunstschule dazu, sein Zuhause in Klaipeda/Litauen zu verlassen, um als Mädchen in den Straßen von Berlin, in stickigen Hinterzimmern und auf verklebten Sesseln eines Sexkinos den eigenen Körper zu verkaufen? Über mehr als zehn Jahre begleitet Photographin und Filmemacherin J.Jackie Baier die heute 30jährige Transsexuelle Julia K. durch ihr Leben als Straßenhure, Outlaw und Nonkonformistin, die ohne gesellschaftliche Übereinkünfte lebt.

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Julia beim Anschaffen auf dem Transen-Strich Bülow Ecke Frobenstr. in Berlin-Schöneberg …

»Ich kann nicht sagen, daß ich eine Frau bin, aber ich bin auch kein Mann. Ich bin etwas… -- ein Geschöpf Gottes, aber ein krummes Geschöpf Gottes. Der Gott hat nicht aufgepaßt bei meiner Geburt« sagt Julia von sich. Andere Autoritäten als diesen Gott, der sich geirrt hat, akzeptiert sie nicht. Sie ist eine, die den „Contrat social“ nie unterschrieben hat. Sie spricht ein archaisches Deutsch, das hierzulande seit dem frühen 19. Jahrhundert nicht mehr gebräuchlich ist. Sie aquarelliert, zur Entspannung, wie sie sagt. Sie hat ein Einser-Abitur und einen Diplomabschluß an der Kunstschule von Klaipeda. Und in Berlin ist sie eine transsexuelle Straßenhure, die bisweilen den Weg nach Hause nicht findet …

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und Julia drei Jahre später 2006 - das Anschaffen, die Freier, der Wodka, die Schläge haben Spuren hinterlassen …

Dieser Film lief im Xenon im Januar 2015