Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

Dorian Blues
USA 2004 • 88 Min. • dt. Fassung
Regie: Tennyson Bardwell
Buch: Tennyson Bardwell
mit: Michael McMillian, Lea Coco, Steven, Charles Fletcher, Mo Quigley
Kamera / Bildgestaltung: Taylor Morrison
Schnitt / Montage: Ann Marie Lizzi
Musik: Will Severin

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als erstes erzählt Dorian seinem Bruder, dass er schwul ist ... sein Bruder hält es für keine so gute Idee, dieses den Eltern zu beichten ...


Eines Nachts wacht Dorian Lagatos schweißgebadet auf, schaut sich in seinem Zimmer um und muss feststellen, dass alles kein Alptraum war: Er ist schwul, er fühlt es. Aber was jetzt machen? In der Familie wird er keinen Rückhalt und noch nicht einmal einen Hauch von Verständnis erfahren. Dafür ist der Vater zu konservativ, und die Mutter? Dorian vergleicht sie mit der Berliner Mauer. Einige konnten sie überwinden, andere schaffen es ihr ganzes Leben lang nicht. Das alles sind keine schönen Aussichten für ein Coming-Out in einer amerikanischen Kleinstadt. Allein sein Bruder Nicky, sexy, charmant, ein Sport-Ass und natürlich hetero, kann Dorian verstehen. Was bleibt ihm auch anderes übrig, schließlich sind sie Brüder und so ist er der einzige Verbündete in dieser schwierigen Zeit. Denn Dorian braucht viele Stellen, an die er sich wenden kann. Fast täglich rennt er zu seinem Therapeuten. Hauptperson bei diesen Sitzungen ist nicht etwa Dorian als Patient, sondern eine weiße Puppe, stellvertretend für den Vater, der Dorian gegenübertreten und sagen soll: »Dad, ich bin schwul!« Das will dem jungen Schüler einfach nicht gelingen …

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in der Kleinstadt spricht es sich doch schnell herum, und prompt bekommt Dorian in der Schule Ärger ... beim Psychologen versucht Dorian mit einem Dummy einen Weg zu finden, es seinem Vater zu sagen ...


Doch das richtige Leben findet nicht hier in der Therapiestunde statt. In der Schule lernt er Spooky kennen, mit ihm hat er seinen ersten Kuss, den ersten, »angedeuteten« Sex, die erste unbeschwerte Zeit. Doch es hilft alles nichts, nicht das exzessive Zähneputzen nach diesen Treffen, nicht das Grübeln, gar nichts. Vielleicht ist er gar nicht der typische Schwule, so wie er sich selbst sieht? Vielleicht kann man aus ihm doch noch einen ganz »normalen« Jungen machen? Jetzt nimmt sein Bruder Nicky die Sache in die Hand und versucht, Dorian zu einem richtigen Kerl auszubilden. Sprache, Bewegung, Mimik ... einfach alles muss stimmen, muss männlicher werden. Die ersten Erfolge werden sichtbar. Die beiden besuchen ein Strip-Lokal und lernen Tiffany kennen, die für 100 Dollar Nicky verspricht, in einer Nacht aus Dorian einen richtigen Mann zu machen. Doch Dorian verliert hier nicht seine Unschuld, sondern er gewinnt die Erkenntnis, dass er wohl niemals hetero wird. Vielmehr nimmt er jetzt sein Leben selber in die Hand und sucht das offene Gespräch mit dem Vater, das in einem Desaster von Peinlichkeiten endet ... Er verlässt noch in derselben Nacht die Stadt und macht sich auf den Weg nach New York, wo die Männer, die Liebe und schließlich das Leben warten. Vor dem Coming-Out ist nach dem Coming-Out ...

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Dorian ist ratlos, wie er irgendwo einen Jungen für ersten Sex finden soll ...