Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

Elephant
USA 2003 • 81 Min. • frei ab 12 • MPAA: Rated R for disturbing violent content, language, brief sexuality and drug use - all involving teens
Regie: Gus Van Sant (s.a. »Psycho (1998«) und »Paranoid Park« und »Milk« sowie »Tarnation« und »Wild Tigers I Have Known«)
Buch: Gus Van Sant
mit: Alex Frost, Eric Deulen, John Robinson, Elias McConnell, Jordan Taylor, Carrie Finklea, Nicole George, Ruben Bansie-Snellman (s.a. »The Graffiti Artist«)
Kamera / Bildgestaltung: Harris Savides (s.a. »Whatever Works« und »Milk«)
Schnitt / Montage: Gus Van Sant
Musik: (Ludwig van Beethoven »Für Elise«)
Executive Producer: Diane Keaton
Goldene Palme Bester Film Cannes 2003, Beste Regie Cannes 2003
www.elephantmovie.com

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Eli, der Photograph, vor der High School … die Schüler laufen nichtsahnend - so wie jeden Tag - durch die Gänge ihrer Schule ...

20. April 1999: Die Columbine High School in Littleton, US-Staat Colorado. Ein ganz normaler Schultag beginnt. Eli macht auf dem Campus Photos, Punks lungern rum, Nate beendet sein Football-Training um mit Freundin Carrie in die Mensa zu gehen, drei Mädchen unterhalten sich auf den Gängen über belangloses Zeug, und kotzen ihre Mahlzeiten auf den Toiletten gleich wieder aus ... teilweise gelangweilt folgt man mit dem Blick der Kamera den erschreckend banalen Tätigkeiten der Schüler auf den Wegen durch die Schule. Doch je länger das dauert, desto öfter tauchen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, noch zwei andere Schüler auf: Alex und Eric. In ihrer Freizeit hängen sie zuhause rum, spielen brutale Baller-Games am Computer, gucken Hitler-Tapes aus Nazi-Deutschland und bereiten sich ganz heimlich auf ihren grossen Abgang vor. Als sie dann endlich schwer bewaffnet die Wege einiger Schüler auf dem Weg in die Schule kreuzen, ist es schon zu spät ...
Minutiös hat van Sant die letzten Minuten der Opfer oder der letzten Zeugen des Massakers nachgezeichnet. Geradezu beklemmend zu sehen, wie Alex am Klavier sitzt und kurz vorher nach Beethovens
»Für Elise« spielt. Warum van Sant die zwei Jungs aber noch zusammen unter die Dusche rumgeknutschen hat lassen, erschliesst sich einem nicht unbedingt ...

Der Filmtitel
»Elephant« erklärt sich folgendermaßen: Ein weiterer Film trägt denselben Titel: Alan Clarkes BBC-Film aus dem Jahre 1989 über die Gewalteskaltion im Nordirland-Konflikt. Clarke erklärte, diese Gewalt wäre genauso wenig zu ignorieren gewesen, wie einen Elefanten im Wohnzimmer stehen zu haben ...
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wie meistens verbringen die zwei späteren Attentäter ihre Freizeit mit Doom spielen ... Alex am Klavier ...

Der Hintergrund in Kurzform:
Dylan Klebold und Eric Harris, zwei intelligente Jugendliche aus soliden Elternhäusern begangen am 20. April 1999 das Massaker in der Columbine High School in Littleton, Colorado. Bewaffnet mit Gewehren, Messern und einigen Bomben, welche sie sich aus dem Internet zusammengesucht und bestellt hatten, liefen sie durch die Schule und planten Hunderte von Mitschülern zu ermorden.
Die zwei waren auffallend zornig und konnten sich nicht in die verschiedenen Cliquen integrieren. Wie sich herausstellte, planten die zwei schon seit einem Jahr an ihrer Schule ein Massaker zu veranstalten. Wahr gemacht haben sie es dann tatsächlich am Jahrestag des 110 Geburtstages Adolf Hitlers.
Es wurden 188 einzelne Schüsse abgefeuert, (67 von Klebold und 121 von Harris). Es starben zwölf Schüler und ein Lehrer, sowie die zwei Täter ...

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eine Originalaufnahme einer Überwachungskamera der zwei wirklichen Täter Klebold und Harris in der Mensa ...


Mehr Infos:
http://history1900s.about.com/library/weekly/aa041303d.htm
http://denver.rockymountainnews.com/shooting/flash/columbineav.html
http://massmurder.zyns.com/eric_harris_dylan_klebold.htm

Dieser Film lief im Xenon im April bis Juni 2004