Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

No! Adiós Senor Pinochet! CL 2012 118 Min. • span.O.m.U. • frei ab 6 • MPAA: rated R for language
Regie: Pablo Larraín
Buch: Pedro Peirano nach dem Theaterstück «Referendum» von Antonio Skameta
mit: Gael Garcia Bernal (s.a. »Y Tu Mamá Tambien« und »The Motorcycle Diaries« und »La Mala Educación«) Alfredo Castro (s.a. »Caracas - Eine Liebe«), Luis Gnecco, Antonia Zegers
Kamera / Bildgestaltung: Sergio Armstrong (s.a. »Caracas - Eine Liebe«)
Schnitt / Montage: Andrea Chignoli
Musik: Carlos Cabezas

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der junge Werbefachmann René soll die No Kampagne ein bisschen aufpeppen …

Chile, 1988. Auf internationalen Druck lässt Diktator Pinochet ein Referendum über die Fortführung seiner Präsidentschaft durchführen: Das «si» bestätigt ihn weitere acht Jahre im Amt, das «no» öffnet den Weg zu freien Wahlen. Alle Prognosen sagen den Sieg Pinochets voraus, der Staat und Medien mit eiserner Hand kontrolliert. In der fast aussichtslosen Situation engagieren die Führer des breit gefächerten Oppositionsbündnisses den brillanten jungen Werbefachmann René Saavedra als Marketingberater. Der hatte bisher mehr mit Erfrischungsgetränken als mit Politik zu tun, und die ersten Entwürfe für die NO-Kampagne sind für einige seiner Auftraggeber ein gelinder Schock.
15 Minuten TV-Sendezeit stehen der Kampagne täglich zur Verfügung, ausgestrahlt zu nächtlicher Stunde. Ein Jingle, eigene Songs, knallbunte Spots im Wechsel mit ernsthaften Themen und der Verheißung kommenden Glücks: Unter der ständigen Überwachung der Polizei, mit äußerst knappen Ressourcen, immensem Zeitdruck und einigem Gegenwind aus den eigenen Reihen entwerfen René und sein Team eine überraschende Kampagne, die das Regime mehr und mehr in die Defensive drängt. Erst allmählich wird René bewusst, mit wem er sich angelegt hat ...

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René mit Sohn zwischen Fernseher und Mikrowelle ...

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der Job erweist sich anstrengender als gedacht ...

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Original 80er-Jahre Ausstattung ... für die Jüngeren: das Gerät nannte sich Skateboard ...

Der Retro Look und die U-Matic Kameras ...
Von Anfang an war klar, dass der Film die originalen Spots und Sendungen der Referendums-Kampagnen integrieren würde - am Ende betrug der Anteil des Archivmaterials fast 30%. Das führte zur Entscheidung, den Film mit analogen Umatic-Kameras aus den 80er Jahren zu drehen.«?Bei Spielfilmen, die Archivmaterial eingeschnitten haben, ist normalerweise immer sofort zu erkennen, was was ist. Das zerstört meine Illusion als Zuschauer», sagt Pablo Larraín. «Wir haben viel ausprobiert, bis uns klar wurde, dass es eine interessante Möglichkeit wäre, den Film in dem gleichen Format zu machen, in dem auch das Archivmaterial gedreht wurde. Das war wegen der geringen Auflösung eine riskante Entscheidung - man braucht eine Weile, bis man sich an den Look gewöhnt hat. Aber wenn man drin ist, funktioniert der nahtlose Wechsel, die Kombination mit dem Archivmaterial - und darauf kam es uns an.» Analoge Umatic-Kameras aus dieser Zeit aufzutreiben, war allerdings erheblich schwieriger als erwartet. Aus zwanzig Kameras, die in den USA gefunden wurden, konnten vier funktionstüchtige Einheiten zusammengebaut werden. Eine gab ihren Geist schon während des Transports nach Chile, zwei weitere während der Dreharbeiten auf. Für die notwendige Umwandlung der analogen Videotechnik in digitale Formate musste ein eigenes System erfunden werden ...
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der ganze Kino-Film sieht wie ein quadratisches, verwaschenes, ziemlich unscharfes 80er-Jahre Fernsehbild aus: oben das normale Standphoto und unten wie die Szene in etwa im Film aussieht ...

Dieser Film lief im Xenon im August 2013