Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

Einfach das Ende der Welt
»Juste la Fin du Monde« CDN / FRA 2016 • 95 Min. • frei ab 12 • franz. O.m.U.
Regie: Xavier Dolan (s.a. »Mommy« und »Sag nicht wer Du bist« und »Herzensbrecher« und »I Killed My Mother«)
Buch: Xavier Dolan nach dem gleichnamigen Theaterstück von Jean-Luc Lagarde
mit: Gaspard Ulliel, Marion Cotillard, Vincent Cassell (s.a. »Black Swan«), Léa Seydoux (s.a. »Plein Sud«) und Nathalie Baye
Kamera / Bildgestaltung: André Turpin (s.a. »Mommy« und »Sag nicht wer Du bist«)
Schnitt / Montage: Xavier Dolan (s.a. »Mommy« und »I Killed My Mother« und »Herzensbrecher« und »Sag nicht wer Du bist«)
Musik: Gabriel Yared (s.a. »Sag nicht, wer Du bist« und »Ein Freund zum Verlieben« und »Betty Blue«)
Grosser Preis der Jury Filmfestival Cannes 2016

EinfachDasEndederWelt01

Louis hatte sich vorgenommen, seiner Familie von seiner Krankheit zu erzählen, findet aber nicht den richtigen Moment ...

An einem Ort, vor kurzem: Louis, ein 34-jähriger schwuler Literat sitzt im Flugzeug auf dem Weg zu seiner Familie, die er seit über zwölf Jahren nicht mehr besucht hat, nachdem er mit 22 einfach in die grosse Stadt, ins Schwulenviertel, zog. Er denkt daran seiner Familie zu erzählen, dass er nicht mehr lange zu leben hat und bald sterben wird. Nach vierzig Minuten Taxifahrt vom Flughafen auf’s Land angekommen, steht er da in der Tür, die Familie, Mama Martine trocknet noch den Nagellack, die kleine Schwester Suzanne, sein grosser Bruder Antoine und dessen Frau Catherine, die er noch nie gesehen hat, begrüssen ihn. Alle fragen sich, warum besucht er uns jetzt, was will er hier? Die unsichere Catherine zeigt Photos ihrer Kinder, der latent aggressive Bruder Antoine, ein einfacher Werkzeugmacher aus der Gegend, fühlt sich von seinem kleinen Bruder provoziert, und macht sich über jedes Wort und jeden Satz lustig, den Louis von sich gibt. Seine kleine Schwester Suzanne ist dauernd bekifft, und kann sich kaum noch an ihren Bruder erinnern, hat aber ausgeschnittene Zeitungsartikel über ihn in ihrem Zimmer an die Wand gepinnt, und Mama Martine, grell geschminkt sieht aus wie eine Transe und versucht vergeblich die Situation zu kontrollieren. Und dann ist da noch das Zimmer, in dem seine Sachen deponiert sind, alte Möbel, Schallplatten, Fotobücher und eine alte Matratze, auf der er zum ersten Mal Sex mit dem Nachbarjungen Pierre hatte. Dann ein Anruf:... »nein, ich hab’ es Ihnen noch nicht gesagt, vielleicht nachher beim Essen, oder beim Dessert ...«
Man sitzt zusammen auf der Veranda beim Essen, es ist heiss, alle schwitzen, man redet, aber man versteht sich nicht, man fängt an sich zu streiten, einer springt auf und läuft weg um eine zu rauchen und Martine sagt »Schade, jetzt hab’ ich es verpasst, ich wollte gerade sagen, wie schön es ist, dass wir hier alle zusammensitzen ...«. Louis findet nicht die richtige Gelegenheit, seiner Familie von seiner Krankheit zu erzählen, stattdessen eskaliert die Situation. Ein kleiner Spatz verirrt sich in das Haus, und fliegt panisch gegen die Wand. Der Vogel stirbt ...

EinfachDasEndederWelt02

Suzanne ist im Dauerstreit mit ihrem Bruder Antoine, und würde am liebsten weg, traut sich aber nicht, da ihr Bruder Louis damals schon einfach so weg war ...

EinfachDasEndederWelt03

Schwägerin Catherine ist von ihrem Mann Antoine so verschüchtert, dass sie kaum einen zusammenhängenden Satz rausbringt ...

EinfachDasEndederWelt04

der grosse Bruder Antoine fühlt sich von allen unverstanden, und denkt dass sein kleiner intellektueller Bruder ihn und sein kleinbürgerliches Leben nicht für voll nimmt ...

EinfachDasEndederWelt05

Martine hat aufgehört mit dem Rauchen aufzuhören, und versucht vergebens den ganzen Laden zusammen zuhalten ...

EinfachDasEndederWelt06

beim Essen sollte sich eigentlich eine Gelegenheit finden zu erzählen, wie es Louis gesundheitlich geht, doch stattdessen eskaliert die Situation

EinfachDasEndederWelt07

Louis ist ratlos, wie er am besten mit seinen Familienmitgliedern kommunizieren soll ... alles dreht sich im Kreis ...