Xenon Kino Berlin

Filmkunstkino in Berlin-Schöneberg

Die Peter Berlin Story
»Peter Berlin - That Man« USA 2005 • 80 Min. • engl.O.m.U.
Regie: Jim Tushinski
Buch: Jim Tushinski
mit: Peter Berlin (s.a. »Mapplethorpe«), Robert Boulanger, Rick Castro, Guy Clark, Lawrence Helman, John F. Karr, Armistead Maupin, Dan Nicoletta, Wakefield Poole, Robert W. Richards, John Waters, Jack Wrangler
Kamera / Bildgestaltung: Jim Tushinski
Schnitt / Montage: Jim Tushinski, Clarence Reinhart
Original Musik: Jack Curtis Dubowsky

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Peter Berlin - ein Deutscher macht Karriere in L.A. - mit hartem deutschen Akzent kommentiert er seine Pornofilme ...

»... Ich weiß nicht, ob er für mich antörnend war oder nicht, aber ich musste ihn dauernd anschauen. Ich sah ihn gerne an und wunderte mich vor allem, wenn er einfach aus dem Bus ausgestiegen war. Mein Gott, dachte ich, so geht er jeden Tag aus!«


Peter Berlin: Kunstwerk, Model, Fotograf, Legende. Er, der aus armen Verhältnissen stammt und in den frühen 70er Jahren von Deutschland nach San Francisco geht, nur um hier nach seinen eigenen Vorstellungen leben zu können, schnell zu einer Ikone wird und mit schwulen Undergroundpornofilmen zum Star der Kunstszene avanciert. Für Andy Warhol legte er sich auf den Tisch, mit Robert Mapplethorpe verbrachte er den Sommer auf Fire Island, Tom of Finland porträtierte ihn und John Waters ist noch heute sein grösster Fan.

John Waters:
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Regisseur Jim Tushinski: »... Ende 2002 erzählte mir mein Freund Robert Boulanger, dass Peter Berlin genau unter seinem Appartement wohnen würde. Ich hatte nur ungefähre Vorstellungen von ihm, obwohl ich genau wusste, wer er war und was er für seine Zeit, die 70er Jahre, bedeutete. Ich sah ihn mal zufällig in San Francisco; das war aber schon in den 80er Jahren, aber ich war weder von ihm, noch von seinem Metier, dem Pornogeschäft besonders angetan. Aber als Robert Boulanger begann, die Geschichte von Peter Berlin, seinen Beziehungen zu Robert Mapplethorpe, Rudolf Nurejew und Andy Warhol zu erzählen, wurde ich aufmerksam und dachte mir, dass man dieses Stück künstlerische Zeitgeschichte in irgendeiner Weise bewahren sollte.
Der Anfang war schwierig. Die ersten Gespräche verliefen sehr distanziert und kühl und erst im dritten Aufeinandertreffen konnte ich Peter Berlin mein Vorhaben erklären, einen Dokumentarfilm über ihn zu machen. Peter war an seinem eigenen Image als Ikone wenig interessiert, um nicht zu sagen desinteressiert. Zudem wollte er sich an meinen Planungen zu diesem Projekt nicht wirklich aktiv beteiligen. Ich entschied mich, den Einstieg in dieses Projekt sehr intim und privat zu gestalten. Vielleicht schaffte ich es dann, das Eis zu brechen.
Nach über 40 Stunden Interviews in knapp 18 Monaten hatte ich ihn soweit. Peter wirkte weniger reserviert, aber den Inhalt meines Films bestimmte er. Eine Tages zeigte mir Peter eher beiläufig Unglaubliches. Hunderte von Fotografien, Filmrollen und Videos, HI-8 und 16mm Filme aus den 60er und 70er Jahren, all das verstaut unter seinem enormen Bett, das fast ein gesamtes Zimmer beanspruchte. Als ich die 16mm Filmkopien auf Video übertrug, war ich relativ erstaunt darüber, was fast 40 Jahre im Verborgenen bleiben konnte: Peter auf den Straßen von Paris, Peter beim cruisen im Castro-Viertel von San Francisco, Peter masturbierend im Zug von Deutschland nach Frankreich.
Auch Peter war erstaunt, konnte er sich doch tatsächlich an einige Filmaufnahmen nicht erinnern. Dann sahen wir uns viele Sachen gemeinsam an, sahen Lofts in New York, Ferienfilme von Long Island und immer wieder Peter, posierend und immer auf der Suche nach dem Objektiv der Kamera. Mir war klar, dass ich ein großes Projekt vor mir hatte.«

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sein Markenzeichen: die hautengen Hosen mit deutlicher Beule im Schritt ...


mit Ausschnitten aus:
»Nights in Black Leather«, »That Boy«, »Blueboys«, »Ciro and Peter« mit freundlicher Unterstützung von Peter Berlin
»Boys in the Sand«, »Gay Parade San Francisco 1974« mit freundlicher Unterstützung von Wakefield Poole
»Kansas City Trucking Company« mit freundlicher Unterstützung von Joe Gage
»Games« mit freundlicher Unterstützung von Falcon Studios
»Who Killed Teddy Bear?« mit freundlicher Unterstützung von Streamline Films
»Gemini, Cruisin’ the Castro« mit freundlicher Unterstützung von Bijou Video ­ Steven Toushin

Dieser Film lief im Xenon im April bis Juni 2006