»People - Bedroom - No Script«. Unter dieser elementaren Versuchsanordnung kommen im April 1996
in New York zwölf Personen zusammen, um in einem karg möblierten
Schlafzimmer ihre Bereitschaft zu spontanem Sex unter Beweis zu
stellen. Die Ausgangssituation ist stets die gleiche: Eine Person
sitzt wartend auf dem Bett. Eine andere Person betritt den Raum.
Sie machen sich miteinander bekannt - eine Mischung aus Erregung,
Angst und Erwartung stellt sich ein, sobald der Besucher versucht,
eine gemeinsam vereinbarte Fantasie mit der ihm fremden Person
Wirklichkeit werden zu lassen. Zunächst ist sie mit den Vorlieben,
die das Verlangen des Besuchers ausmachen, nicht vertraut, erst
allmählich entdeckt sie, wie auch der Zuschauer, was dem betreffenden
Besucher vorschwebt. Auf diese Weise entstehen intime Porträts:
Sie sind zugleich kindlich, komisch, erotisch, emotional berührend
und letztendlich - im Wortsinne »enthüllend«. Zu den verfügbaren
Requisiten gehören Perücken, Dildos, ein Teddybär, Bücher und
ein Kissen. In wechselnden Rollen treten neben einiger Underground-Prominenz
auf: ein Skinhead, ein Transvestit, ein großgewachsener Schwarzer,
eine sehr schöne Schwarze, eine Domina.
Den Szenen, die durch Überschriften wie »Aggression«, »Unschuld«,
»Vertrauen«, »Vertrauensverlust« oder »Verwundbarkeit« eingeleitet
werden, sind Statements von Analytikern und Straßenpassanten vorangestellt.
Durch sie fügen sich die hier ausgelebten Fantasien in eine allgemeinere
Vorstellungswelt ein. Der Film bereitet damit ein Forum, auf dem
über Kindheit, Geschlecht und Intimität zu sprechen wäre.