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- Madame Satã
- Brasilien 2002 105 Min. frei ab 16 port.O.m.U.
- Regie: Karim Aïnouz
- Buch: Karim Ainouz. Marcelo Gomes, Sérgio Machado
- mit: Lázaro Ramos, Marcélia Cartaxo, Flavio Bauraqui, Felippe Marques,
Emiliano Queiroz, Renata Sorrah
- Kamera: Walter Carvalho (s.a. »Amores Possíveis«)
- Schnitt: Isabela Monteiro de Castro
- Musik: Marcos Suzano, Sacha Amback
- Produktion: Walter Salles (s.a. »Motorcyle Diaries«)
- www.madamesata.de
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João Francisco hat einen Traum ...
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er lebt in Rio in ärmlichen Verhältnissen zusammen mit der Gelegenheitshure
Laurita, deren Tochter Firmina sowie Taboo, der vorwiegend in
Frauenkleidern rumläuft ...
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... Der angeklagte João Emtabaja da Silva, ist den Behörden als
gewalttätiger Mensch bekannt. Er wohnt überwiegend in Lapa, ist
ein Päderast mit rasierten Augenbrauen und femininen Einstellungen,
die sogar soweit gehen, dass er seine Stimme verändert. Er ist
nicht religiös. Er ist Alkoholiker. Er raucht und organisiert
Glücksspiele. Er hat kaum eine Erziehung genossen. Er kann sich
kaum verständlich ausdrücken. Er spricht die Sprache des gemeinen
Volkes. Er ist nicht intelligent. Er verkehrt in den gefährlichen
Kreisen von Homosexuellen, Prostituierten und anderen Halsabschneidern.
Er hat eine beträchtliche Summe an Geld, aber er hat kein geregeltes
Einkommen. Dieses Geld muss er sich auf kriminelle Art und Weise
beschafft haben. Er ist mehrfach vorbestraft. Wird er in Gewahrsam
genommen, ist er gewalttätig, unberechenbar und attackiert die
Hüter des Gesetzes. Er ist von niederer Natur, in seiner Anlage
kriminell und stellt deshalb eine Gefährdung für die Gesellschaft
dar ...
12. Mai 1932 Rio de Janeiro Hauptstadt von Brasilien Polizeistation.
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... er ist das Familienoberhaupt und Ersatzvater.
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Nachts steht er geschmückt und behängt auf der Bühne, um seinen
Traum zu verwirklichen ... berühmt zu sein und der Gosse zu entfliehen
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immer wieder gerät er dabei mit dem Gesetz in Konflikt ...
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Lapa, das Künstlerviertel von Rio de Janeiro im Jahr 1932.
Auf der Bühne des Kabaretts »LUX« steht Vitoria dos Anjos, eine
gefeierte Sängerin, und singt Josephine Bakers berühmten Chanson
»Nuit d´Alger«. Das Publikum scheint paralysiert. Hinter der Bühne, fasziniert,
ihr Diener. João Francisco, eine Erscheinung von einem Mann, groß,
kräftig, schwarz. Lippensynchron bewegt er sich mit der Sängerin.
Er himmelt sie an. So wie sie, will er eines Tages auf der Bühne
stehen und das Publikum für sich gewinnen. Er trägt heimlich ihr
Kleider, spielt mit ihrem kostbaren Schmuck und ahmt ihr europäisches
Auftreten nach.
Ja, das ist sein Traum vom Leben. Einmal ein Star sein, das Publikum
verführen in eine andere Welt. Lasziv, erotisch, vereinnahmend.
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Vitoria dos Anjos sieht in
ihm nichts weiter als einen ganz persönlichen Sklaven, der ihre
Garderobe in Ordnung hält und ihr ständig zu Diensten ist.
Doch João Francisco ist eine ganz eigene Persönlichkeit. Nichts
ist ihm verhasster als respektlos behandelt zu werden. Es kommt
zum Streit, Vitoria fühlt sich bedroht und Joao erlebt die Zeit
im Kabarett als Provokation. Er geht hinaus auf die Strassen von
Rio, taucht ab in die Unterwelt der zwielichtigen Gestalten, der
Prostituierten und Gauner. Das ist seine Welt. Hier sind die Menschen
ehrlich und direkt. Hier fällt er auf, ist eine Erscheinung, angesehen
und gefürchtet zugleich.
João Francisco lebt mit Laurita, einer Gelegenheitsnutte, ihrer
kleinen Tochter Firmina und Taboo zusammen, einem Mann, der ihm
bedingungslos vertraut und ausgeliefert ist. Sie sind eine ungewöhnliche
Familie, aber ihr Zusammenhalt bringt sie durch so manche schwierige
Situation und Joao fühlt sich als Patriarch dieses kleinen Mikrokosmos
verantwortlich. Er braucht sie, auch wenn er das nicht immer offen
zeigen kann.
Die engen Gassen von Lapa und die Unterwelt von Rio de Janeiro
sind João Franciscos zweite Familie. Amador, der Besitzer der
»Blue Danube« Bar, wo Prostitution, Drogen und Korruption herrschen, ist einer
seiner engsten Freunde. Beide beherrschen das Viertel, bestechen
die Polizei und kontrollieren die Strasse.
Eines Tages trifft João auf den undurchsichtigen Renatinho. Beide
sind gleichzeitig fasziniert und abgestossen voneinander. Jeder
beherrscht den anderen auf seine Art. Renatinho ist fasziniert
von der Persönlichkeit, von diesem Capoeira-Kämpfer, der alle
in der Hand zu haben scheint. Joao wird magisch von Renatinho
und seine ablehnende Art angezogen. Ihre Liebe wird tragisch enden.
João Francisco hat aber auch Feinde. Eine falsche Anschuldigung
wegen Diebstahls, ein wutentbrannter und zügelloser Kampf mit
der Polizei und er muss das erste Mal in seinem Leben hinter Gitter.
Insgesamt 27 Jahre seines Lebens wird er sich dort wieder finden;
auch hier im Gefängnis spielt er seine Macht aus.
Ein Traum aber bleibt. Der große Auftritt auf der Bühne. Die Feier
zu Lauritas Geburtstag ist ein willkommener Anlass. In der »Blue Danube« wird eine Bühne aufgebaut und Joao wird für seine Freunde singen.
Er wird alle Rollen spielen, die er bei Vitoria dos Anjos gesehen
hat. Die Hure, die Verführerin, die Königin des Dschungels. Der
Abend wird ein voller Erfolg und mit einem Schlag ist Joao Francisco
berühmt. Mehr noch: Seine Figur der Madame Sata, eine Hommage
an Cecil B. DeMilles´ Film »Madame Satan«, wird Inbegriff einer faszinierenden Persönlichkeit. Das Glück
schien endlich auf seiner Seite zu sein, aber eine Verkettung
von unglücklichen Umständen eskaliert in der Ermordung eines Freiers.
Für zehn Jahre muss Joao Francisco hinter Gitter.
Lapa, Karneval, 1942.
João Francisco kehrt zurück in seine Welt, nach Lapa. Auf dem
Karneval wird er endgültig zum Star. Er gewinnt einen Kostümwettbewerb
und die Menschen haben ihn nicht vergessen.
Das ist seine Welt, der Glanz, die Macht im Mittelpunkt zu stehen.
Joao Francisco scheint wiedergeboren als neuer Mensch, der noch
zu Lebzeiten zu einem Mythos wird: Madame Sata.
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mit dem geheimnisvollen, attraktiven Renatinho verbindet ihn eine
tragisch endende Liebe ...
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insgesamt 27 Jahre seines Lebens verbringt er in verschiedenen
Gefängnissen ...
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- João Francisco dos Santos - Chronologie eines Lebens:
- 1888: Die Sklaverei in Brasilien wird abgeschafft.
- 1890: Ende der Monarchie in Brasilien, Ausrufung der Republik
der Vereinigten Staaten von Brasilien.
- 1900: Am 25. Februar wird João Francisco dos Santos in Gloria
do Coita, einer kleinen Stadt in der nordöstlichen Provinz von
Brasilien geboren.
- 1907: Sein Vater wird ermordet.
- 1908: Seine Mutter, Firmina Teresa da Conceicao, vermietet ihn
an einen Pferdehändler, in dessen Besitz er übergeht.
- 1909: Joao Francisco flieht er nach Rio de Janeiro und arbeitet
für die Prostituierte Dona Felicidade. Gemeinsam ziehen sie nach
Lapa, einem heruntergekommenen Wohnbezirk von Rio de Janeiro.
- 1913: Er verlässt Dona Felicidade und lebt auf der Straße.
- 1916: Seine erste erhaltene Gesangsaufnahme: »Pelo Telefone«
- 1918: Joao Francisco arbeitet als Kellner und Koch in verschiedenen
Absteigen.
- 1929: Börsencrash an der Wall Street, New York
- 1930: Cecil B. DeMilles´ Film »Madame Satan« wird uraufgeführt.
- 1932: In einem Theaterstück spielt João Francisco die Rolle des
»Mulatto of Balacoche«.
Auf offener Strasse tötet er einen Mann und kommt für zehn Jahre
ins Gefängnis.
- 1937: Die radikale Regierung beschliesst weit reichende Maßnahmen
zur Unterdrückung und Ausbeutung der ärmeren Bevölkerung.
- 1939: Carmen Miranda verlässt Brasilien in Richtung USA.
- 1942: Gleich nach seiner Haftentlassung gewinnt João Francisco
eine Auszeichnung für sein Kostüm, das von dem Film »Madame Satan« von Cecil B.
DeMille inspiriert wurde. Die Künstlerkreise von Rio de Janeiro
kennen ihn fortan unter dem Namen »Madame Sata«.
- 1943: João Francisco adoptiert das erste von insgesamt sieben
Kindern.
- 1946: João Francisco zieht zusammen mit Maria Faissal dos Santos
und heiratet sie.
- 1951: Ein kurzer Auftritt im Theater. João Francisco singt und
tanzt als Carmen Miranda.
- 1954: Diktator Getulio Vargas begeht Selbstmord.
- 1955: João Francisco muss wegen Diebstahls ins Gefängnis. Sein
letzter Aufenthalt als Gefangener, nach insgesamt 27 Jahren seines
Lebens in Haft.
- 1960: Brasilia wird Hauptstadt von Brasilien.
- 1964: Das Militär übernimmt für die nächsten 15 Jahre die Macht.
- 1965: Joao Francisco kommt aus dem Gefängnis frei.
- 1968: Neil Armstrong betritt den Mond.
- 1971: Ein ungewöhnliches Interview im brasilianischen Magazin
»Pasquim« macht João Francisco zu einem Helden des Untergrunds.
- 1972: Die »Erinnerungen der »Madame Sata« werden veröffentlicht.
- 1976: Am 12. April stirbt João Francisco dos Santos an Lungenkrebs.
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Madame und Renatinho ...
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