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Gleich vorweg: Hier gibt es weder eine schwule Handlung noch eine verkorkste
homoerotische Beziehung, keine geilen, nackten Hintern oder ähnliche,
vermeintliche schwulenrelevante, Details - und doch ist »Little Voice« des Briten Herman (»Brassed Off«) einer der schwulsten und schönsten Filme, die man sich derzeit antun kann. Denn nicht nur, daß Fans von
»Absolutely Fabulous« ein unerwartetes und unglaubliches Wiedersehen mit der doofen
Bubble alias Jane Horrocks erwartet. »Little Voice« spricht ganz und gar aus der schwulen Seele: Das junge Mädchen
Laura lebt in einer jener britischen Kleinstädte, in denen man
nicht einmal sterben will. Der Vater tot, die Mutter eine verfettende,
ordinäre, laut krakelende Nervensäge. Da bleibt für die Unverstandene
nur der Rückzug ins eigene Zimmer und zur Plattensammlung. Und da steht, was unser Herz begehrt. Judy Garland, Marlene Dietrich, Edith Piaf, Marilyn Monroe. Statt zu sprechen, singt die panisch schüchterne Little Voice
- und zwar so perfekt, bis in die Gestik und Mimik, daß man seinen
Augen nicht traut. Schon schleimt ein Agent um sie herum, um sie
unter einem Vorwand auf die Bühne zu zerren. Und selbst ihr verschrobener
heimlicher Verehrer und Taubenzüchter Billy kann sie kaum vor
diesem Desaster bewahren ... Axel Schock im QUEER 06/1999
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