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- House Of Boys
- LUX / D 2010 117 Min. frei ab 16
- Regie: Jean-Claude Schlim
- Drehbuch: Christian Thiry, Jean-Claude Schlim
- mit: Layke Anderson, Udo Kier, Eleanor David, Benn Northover, Steven
Webb, Ross Antony, Stephen Fry (s.a. «Oscar Wilde»)
- Kamera: Carlo Thiel, Jean-Louis Schuller
- Schnitt: Katharina Schmidt (s.a. «Marlene Dietrich - Her Own Song»)
- Musik: Gast Waltzing
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der junge schwule Luxemburger Frank kommt nach Amsterdam und verliebt
sich in den Tänzer Jack ...
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Luxemburg, Anfang der 80er Jahre. Der junge Frank ist schwul und
wird in seinem Heimatdorf in der Schule und zu Hause geschnitten.
In der Clubszene des weltoffenen Amsterdam findet er ein neues
zu Hause, wird aber auch schnell mit einer gerade entdeckten,
noch tödlichen Krankheit konfrontiert: AIDS. «House of Boys»,
der Debütfilm von Jean-Claude Schlim ist emotionales, packendes
Kino, dass angesichts einiger drastischer Szenen für manchen Zuschauer
zu viel sein dürfte
www. programmkino.de
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Anfang der 80-er Jahre war das HIV-Virus und die Krankheit AIDS
noch unbekannt. Jacks Arzt teilt ihm mit, dass er keinerlei Helferzellen
im Blut hat und sein Immunsystem angegriffen wird ...
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Trotz aller gesellschaftlichen Entwicklungen, trotz zunehmender
Liberalisierung haben es Filme über Homosexualität im Kino immer
noch schwer. Abseits von einschlägigen Festivals spielen schwule
Figuren im Mainstreamkino meist höchstens Nebenrollen und selbst
im Arthouse-Bereich hat man bisweilen den Eindruck, dass das Thema
wenn überhaupt nur mit allzu viel selbstauferlegter Zurückhaltung
behandelt wird. Trotz mancher Schwächen ist das Regiedebüt des
Luxemburgers Jean-Claude Schlim eine willkommene Abwechslung.
Zwar taucht auch seine Anfang/ Mitte der 80er Jahre spielende
Geschichte tief in die schwule Subkultur ab, in der es von grellen
Figuren, campigen, überkandidelten Transvestiten und Musicaleinlagen
nur so wimmelt, doch «House of Boys» verkommt nie zur Klischee
überfrachteten Parodie. Im Zentrum steht die ergreifende Liebesgeschichte
zwischen dem jungen Frank und dessen erster grossen Liebe Jack.
In seiner luxemburgischen Heimat fühlt sich der 17jährige Frank
auf Grund seiner sich gerade eingestandenen Homosexualität zunehmend
den Attacken seiner Mitschüler und auch seiner Eltern ausgesetzt.
Kurz entschlossen nimmt er Reissaus und landet im weltoffenen,
liberalen Amsterdam, wo er schnell im titelgebenden House of Boys
landet, das von «Madame» geleitet wird, gespielt von Udo Kier
in einer kleinen Gastrolle. In diesem Establishment vergnügt sich
die schwule Szene Amsterdams, hübsche, junge Männer tanzen zu
Disco-Klängen und verbreiten mit melancholischen Karaoke-Nummern
die passende Atmosphäre. Denn zu diesem Zeitpunkt beginnt eine
Krankheit die Szene zu beherrschen, die anfangs noch als «Schwuler
Krebs» bezeichnet wird und als Anlass für weitere Diskriminierung
benutzt wird: AIDS. Auch Jack, ein bisexueller Mann, in den sich
Frank bald verliebt, infiziert sich mit dem Virus und siecht langsam
dahin.
Oft wurde der qualvolle Tod als Folge der AIDS-Infizierung noch
nicht auf der Leinwand gezeigt und fast nie so drastisch und gleichzeitig
ergreifend wie hier. Von einer verkitschten Hollywood-Darstellung
a la «Philadelphia» ist das sehr weit entfernt, was man auch von
den sehr graphischen Sexszenen sagen kann. Doch bei aller Offenheit,
bei aller ungeschminkten Darstellung des schwulen Lebens in all
seinen Facetten schafft es «House of Boys» mehr zu sein als «nur»
ein Film über die Schwulenszene. Denn in erster Linie ist es ein
Film über das Coming-of-age eines jungen Mannes, eine Geschichte
über Freundschaft, Emotionen und die erste grosse, in diesem Fall
besonders tragisch verlaufende erste grosse Liebe. Ein sehenswerter,
melancholisch-schöner Film, dem man mehr als ein Nischenpublikum
wünschen würde ... Michael Meyns
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