Strassburg 1772: Der 22-jährige Jura-Student Johann Goethe hält
vom Lernen sehr viel weniger als von Wein, Weib und Gesang. Für
das Bürgertum hat er nur Verachtung übrig - vor allem für die
schmalzigen Gedichte der in den Salons umschwärmten Poeten. Denn
Goethe drängt es, sich selbst als Dichter zu verwirklichen. Mit
seinem Herzblut hat er das Drama «Götz von Berlichingen» verfasst, das er nun an einen Verleger in Leipzig schickt.
Weil Johann seine Studien vernachlässigt, versagt er während seiner
Doktor-Prüfung. Sein wütender Vater ist nicht bereit, Johanns
offenbar nutzloses Studium weiterhin zu finanzieren. Goethe senior
verschafft dem Sohn eine Stellung als Referendar beim Reichskammergericht
im Provinzort Wetzlar. Weil der «Götz» vom Verleger abgelehnt wird, ist Johann mittellos und muss sich
dem Wunsch des Vaters fügen.
In den labyrinthischen Korridoren des Gerichts gerät Johann schnell
mit seinem strengen, sachlichen Vorgesetzten Gerichtsrat Kestner
aneinander. Doch schon bald fällt er durch seine Intelligenz auf
- er lässt sich durch keine von Kestners Schikanen entmutigen
und beeindruckt ihn durch die korrekte Erledigung des kaum zu
bewältigenden Arbeitspensums. Damit hat er seine Probezeit am
Gericht bestanden.
Johann freundet sich mit seinem Referendarskollegen Jerusalem
an - gemeinsam besuchen sie einen Ball. Dort lernt Johann die
beschwipste Lotte Buff kennen, die ihn versehentlich anrempelt
- ein grosser Weinfleck auf seinem einzigen Anzug ist das Resultat.
Der gereizte Wortwechsel der beiden ist kein guter Beginn für
eine Bekanntschaft. Johann und Jerusalem nutzen den Abend, um
sich zu betrinken.
Doch in der Kirche erlebt Johann wenig später, wie Lotte als begabte
Solistin in der Messe singt. Er muss sich und seinem Freund eingestehen,
dass ihn die schlagfertige junge Frau nachhaltig beeindruckt.
Auch Lotte spürt insgeheim, dass sie Johann ebenfalls sehr sympathisch
findet.
Beide Liebenden warten allerdings darauf, dass der jeweils andere
den ersten Schritt tut und sich in einem Brief erklärt. So vergehen
bange Tage völlig nutzlos. Doch dann halten sie es nicht mehr
aus: Gleichzeitig brechen sie auf, um einander zu besuchen - Johann
reitet nach Wahlheim, Lotte fährt mit ihrem Einspänner nach Wetzlar.
Durch einen Zufall verfehlen sie sich auf dem Weg. Später gelingt
es Lotte, unter einem Vorwand ins Gerichtsgebäude zu kommen. In
Johanns verlassener Kammer findet sie mehrere Entwürfe für einen
Liebesbrief an sie.
Auf dem Rückweg begegnen sich Johann und Lotte vor der Stadt und
geniessen ihr Rendezvous in der sommerlichen Natur. Spielerisch
zwingt Lotte den «Dichter», endlich eine Kostprobe seiner Lyrik vorzutragen. Während eines
Wolkenbruchs suchen die beiden Schutz in einer malerischen Ruine,
wo ihre Liebe erstmals Erfüllung findet.
Eine Folge dieses Rendezvous ist, dass beide Liebenden eine schwere
Erkältung auskurieren müssen. Gerichtssrat Kestner besucht Lotte
an ihrem Krankenlager, und Lotte spürt, wie sehr der schüchterne
Kestner in sie verliebt ist, auch wenn sie diese Liebe nicht erwidert.
Unterdessen verliebt sich Jerusalem leidenschaftlich in eine ältere,
rothaarige Frau - doch die Dame ist bereits verheiratet. Als Jerusalems
Geliebte beschliesst die Affäre zu beenden und bei ihrem Mann
zu bleiben, reagiert der zutiefst enttäuschte Jerusalem untröstlich.
Sein Kummer steigert sich zur Depression, zur Todessehnsucht:
Johann muss mit ansehen, wie sein verstörter Freund sich eine
Pistole an den Kopf setzt und abdrückt.
Nachdem Goethe und Kestner sich verbotenerweise wegen Lotte duellierten,
wird Goethe im Gerichtsgebäude eingekerkert. In seiner Verzweiflung
beginnt er fieberhaft mit der Niederschrift von «Die Leiden des jungen Werther» - das ist seine und Lottes Geschichte, wobei er sich selbst Werther
nennt. Im Manuskript begeht Werther aufgrund seiner unerfüllten
Liebe Selbstmord.
Als das Manuskript Lotte in die Hände fällt, muss sie daraus schliessen,
dass Johann sich wie Werther umbringen wird. Als Lotte in Johanns
Zelle tritt, wissen beide, dass diese Begegnung über Leben, Liebe
und Tod entscheiden wird