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Anzug mit Krawatte und Kummerbund, Spazierstock mit silbernem
Schlangengriff: Das ist Gigola, alias Georgia, die eigentlich
Ärztin werden wollte. Nach dem Verlust ihrer grossen Liebe Sybil
verschlägt es sie in die Pariser Subkultur der Sechziger, in eines
der damals angesagten Damen-Cabarets an den Hügeln des Montmartre
nach dem Vorbild des berühmten »Le Monocle«. Dieses Künstler-Etablissement
ist nächtliches Refugium für gesellschaftliche Aussenseiter aller
Art Transen und Huren, Knastbrüder und Luden, Femmes und Garçonnes.
Hier fliessen Champagner und Bourbon in Strömen; jede und jeder
kann sich zeigen, wie sie sind oder gerne sein möchten. Gigola
inszeniert sich als Dandy und lässt sich von Odette, einer reichen
Dame aushalten gegen die eine oder andere sexuelle Dienstleistung.
Immer geschniegelt, immer kontrolliert lässt Gigola niemanden
wirklich an sich heran. Dass ihr Vater ein opiumsüchtiger Möchtegern-Schriftsteller
ist und ihre Mutter für den Mann alles aufzugeben bereit ist,
verstärkt die heimliche Depression des Szenestars. Erst die 20
Jahre ältere Psychiaterin Alice schafft es, die Mauer zu durchbrechen,
die Gigola um ihr Herz aufgerichtet hat. Doch Alice hat nicht
den Mut, ihr Dasein über den Haufen zu werfen, in dem sie es sich
bequem eingerichtet hat. Gigola versucht sich daraufhin für kurze
Zeit am traditionellen Frauenbild und scheitert grandios.
Gigola bleibt also Gigola und kehrt in den Schoss ihrer wirklichen
Familie, der lesbischen Subkultur, zurück. Der gleichnamige Roman
erschien im Februar 1972 in Frankreich und fiel sofort der Zensur
zum Opfer. Erst 30 Jahre später, im Jahr 2002, wurde er wieder
aufgelegt und jetzt von seiner Autorin als Film umgesetzt.
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