![]() |
|
|||||
![]() |
||||||
|
|
||||||
|
Eine dokumentarische Annäherung an Francis Bacon (19091992), den Maler der Gewalt und der menschlichen Deformation. Bacons eindrucksvolle Präsenz und seine gebieterische sowie verführerische Stimme durchdringen diesen Dokumentarfilm. Er zeigt ein Werk, von den Verbrechen und Erschütterungen des 20. Jahrhunderts geprägt wie kaum ein anderes, und ein Leben voller Ausschweifungen und Geheimnisse. Liebhaber, Stierkämpfe, Tierkadaver, Bewegungsstudien und »Falling in Love again« von Marlene Dietrich: Francis Bacon - Form und Exzess findet in assoziativen Montagen und einem von Brian Eno komponierten Soundtrack kongeniale filmische Entsprechungen zu den Exzessen, Gespenstern und formalen Ambitionen eines Jahrhundertmalers ...
|
||||||
|
Adam Lows Zugang zur Biografie Bacons führt über die Geschichte der schwulen Beziehungen des Malers. Auch darin betritt der Film Neuland und folgt doch dem Offensichtlichen: Porträts dieser Männer stellen das wichtigste Motivreservoir der Baconschen Bilder dar. Aber auch die zwischenmenschlichen Spannungen, die Low in den Beziehungen aufspürt, erscheinen für das Verständnis vieler Bilder zwingend: die katholische Motivik, die durch Roy de Maistre in Bacons Werk Eintritt findet (die ersten Bilder, die von ihm erhalten sind, greifen Kreuzigungs-Motive auf), die Mäzenaten- und Patronnage-Beziehung zu Eric Hall (Vorbild für das Abarbeiten an Autoritäten, das in dieser Phase für Bacon wichtig ist), die sadomasochistische Verbindung zu Peter Lacy, die großen sozialen Unterschiede in der Beziehung zu George Dyer, schließlich die väterliche und fördernde Freundschaft zu John Edwards. Bacon, der immer offen über Sexualität geredet hat, trug seine Emotionen nur selten zur Schau eine Leerstelle, die die Freunde füllen können, die Low für diesen Film interviewt hat ... Obwohl Francis Bacon ein weltweit populärer Künstler gewesen ist und selbst niemals abgeneigt war, über sein Werk, sein Verhältnis zu Sexualität, Tod und Politik Auskunft zu geben, war bis zu diesem Film über seine Familie, seine Kindheit, Jugend und seine Beziehungen wenig bis gar nichts bekannt. Für Francis Bacon - Form und Exzess hat Regisseur Adam Low nicht nur umfangreiches Archivmaterial aufgespürt, sondern auch Menschen zu Interviews bewegen können, die über diese bislang verschwiegenen Punkte Auskunft geben: seine Schwester Ianthe Knott, eine Jugendfreundin, den Bruder seines Partners George Dyer und seinen letzten Partner John Edwards zum Beispiel. Erstmals stellt sich somit die Biografie von Francis Bacon annähernd vollständig dar:
|
||||||