Königin des Belcanto, Inbegriff der Diva, eleganteste Frau der
Welt, Kultobjekt, Göttin Maria Callas war schon zeitlebens ein
Mythos. Maria Callas war die »Primadonna assoluta« des 20. Jahrhunderts. Vor 30 Jahren, am 16. September 1977, verstarb
die Operndiva einsam in ihrem Pariser Appartement.
Die öffentliche und die private Callas
Paris, 1958: Maria Callas in der Pariser Oper die Hohepriesterin
in ihrem Tempel. Das französische Fernsehen überträgt live zur
Primetime, Callas läutet mit ihrem Auftritt den Beginn einer neuen
Ära in der französischen Politik ein. Auf dem anschließenden Festessen
lernt sie Onassis kennen und eine leidenschaftliche und tragische
Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang.
Kindheit und Jugend
Die Familie Kalegoropoulos sind griechische Einwanderer, die 1923
in der griechischen Gemeinde in Queens, New York, leben. Ein Sohn
wird erwartet doch eine Tochter kommt zur Welt. Eine zweite
die Mutter ist enttäuscht und lässt diese Enttäuschung zeitlebens
an Maria aus. Nach der Weltwirtschaftskrise und sechs Umzügen
lässt sich die Familie in einem Arbeiterviertel zwischen Harlem
und Bronx nieder. Maria darf nicht mit anderen Kindern spielen,
sie ist einsam und muss oft die Schule wechseln. Als sie mit dem
Singen beginnt, ist ihre Mutter begeistert und steuert die musikalische
Ausbildung. In einer örtlichen Bibliothek hört Maria eine Aufnahme
von Rosa Poncelle, der berühmten ?Norma der Met. Schulauftritte
folgen und Gesangswettbewerbe im Radio. In einem gewinnt Maria
den zweiten Preis und ihre Stimme wird zum ersten Mal aufgezeichnet.
Mit 13 geht die Mutter mit ihren beiden Töchtern zurück nach Athen
Maria fühlt sich fremd, spricht nur schlecht griechisch, hat
vor lauter Klavier- und Gesangsstunden kaum Freizeit, entwickelt
Essstörungen. In ihrer Gesangslehrerin Elvira de Hidalgo findet
sie eine Ersatzmutter und erhält ein Stipendium für das Athener
Konservatorium. Mit 17 bekommt sie ihre erste Gage als Sängerin.
1941 wird Athen von den deutschen Nationalsozialisten besetzt.
Das Volk hungert, aber das Opernleben wird am Leben gehalten.
Maria Callas bekommt mit 18 ihre erste Hauptrolle (?Tosca) und
singt vor deutschen Offizieren. Mit ihrem Gesangspartner hat sie
ihre erste Affäre. Nach der Befreiung 1944 darf Maria nicht mehr
auftreten, weil sie sich von den Nazis hat engagieren lassen.
Karrierebefginn
Maria Callas fährt alleine nach New York, zum Vater. Dort ist
sie nur ein Provinzsternchen, Vorsingen bleiben erfolglos, sie
hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Zenatella, der Direktor
des Festivals von Verona, entdeckt Maria für die Rolle der ?Gioconda,
die sie vor 23.000 Menschen singt. Sie lernt den Industriellen
und Opernliebhaber Battista Meneghini kennen, der ihr Agent und
Liebhaber wird. In Italien muss sie unpassende dramatische Rollen
auf kleinen Bühnen singen. Sie geht wieder nach New York. Dort
wird sie von Francesco Siciliani wieder für Italien engagiert
sie soll in Florenz auftreten. Zum ersten Mal gibt sie die ?Norma.
Im Januar 1949 ist sie an der Fenice-Oper in Venedig, singt die
?Walküre und ersetzt binnen einer Woche die kranke Sängerin der
?Elvira in ?I Puritani. Sie meistert drei Oktaven und begeistert
ganz Italien. Es folgt die Hochzeit mit Meneghini und der Entwurf
eines Projekts: LA CALLAS.
Star!
Argentinien, Mexiko. Südamerika liegt ihr zu Füßen. Maria lässt
ihre Mutter kommen, die auf Zuwendungen hofft und ihre Tochter
mit Verleumdungskampagnen erpressen will. Es kommt zum völligen
Kontaktabbruch später wird die Mutter Maria tatsächlich in einem
Interview als undankbare Tochter darstellen. Gesanglich erreicht
sie eine neue Stufe sie entdeckt das Belcanto-Repertoire für
sich: Bellini, Donizetti, Verdi. An der Mailänder Scala ist diese
Rollenfach von Renata Tebalda besetzt trotzdem schafft Maria
Callas dort durch ihre Vielseitigkeit und Disziplin den Durchbruch:
1955 wird dort ihr erfolgreichstes Jahr. Auch äußerlich sieht
man ihr die Starentwicklung an sie nimmt ab, überwindet die
Bulimie, entdeckt die Mode und gute Fotografen. Sie freundet sich
mit Luchino Visconti an, der für sie seine ersten Opern inszeniert.
An der Scala singt sie zum zweiten Mal die ?Norma in der Rolle
einer leidenschaftlich wütenden Frau, hinter der ein warmherziger
Mensch steckt, erkennt sie sich wieder. Der beginnende Starruhm
bringt eine innere Spaltung mit sich als Callas wird sie wie
eine Göttin verehrt, als Frau fühlt sie sich ungeliebt und unsicher.
Öffentlich ist sie eine Diva in der Tradition der Duse und der
Bernhardt als Sängerin und Schauspielerin gleichermaßen ,
privat ist sie bürgerlich und penibel. 1956 regiert sie die Scala
allein Renata Tebaldi ist an die Met gegangen. Dorthin (wo sie
als junge Sängerin abgelehnt wurde) zieht es auch die Callas.
Ihre ?Norma wird ein verspäteter Triumph. Auch ihr Privatleben
wird aufregender sie geht auf Partys, hat jüngere Freundinnen
und
emanzipiert sich mehr und mehr vom deutlich älteren Meneghini.