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Im Herzland der Camorra, der neapolitanischen Form der Mafia,
schlägt sich der 13-jährige Nunzio mit seiner schönen Stimme durch,
indem er auf Hochzeiten singt. Der Junge, der aus einer kaputten
Familie stammt, freundet sich mit dem Priester Lorenzo an, der
ihm in seiner Kirche Orgelunterricht erteilt. Der aufsässige Priester
geißelt das organisierte Verbrechen öffentlich, und dieses schlägt
schließlich zurück, indem diese beschließen seine Glaubwürdigkeit
zu untergraben. Dazu wollen sie Nunzio nutzen und die heimliche
Neigung des Priesters zu minderjährigen Jungen. Beeindruckend
ist die Leistung der Darsteller eine menschlich erfüllende Freundschaft
darzustellen, die von einem doppelten Tabu überschattet ist: die
Homoexualität des katholischen Priesters und die Minderjährigkeit
des Knaben. Lediglich gegen Ende, wenn Capuano die Denunziation
Nunzios bei den Staatsanwälten parallel montiert zu einer Kreuzwegprozession
Lorenzos im strömenden Regen, schießt er in barockisierendem Pathos
übers Ziel hinaus ... (Reinhard Kleber)
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