• 101 Reykjavík
  • »101 Reykjavík«
  • Island 2000 • 93 Min. • isl.O.m.dt.U.
  • Regie: Baltasar Kormákur
  • Buch: Baltasar Kormákur nach dem Roman von Hallgrímur Helgason
  • mit: Victoria Abril, Hilmir Snær Gudnason, Hanna Maria Karlsdóttir, Baltasar Kormákur
  • Kamera: Peter Steuger Farbe
  • Schnitt: Skule Eriksen, Sigvaldi J. Kárason
  • Originalmusik: Damon Albarn, Einar Ørn Benediktsson

Obwohl Reykjavík, die Hauptstadt Islands, kleiner ist als ihre Bewohner zugeben möchten, so wird die mangelnde Größe durch ein wildes kosmopolitisches Nachtleben mehr denn wettgemacht. Auf wilden Partys umgeben von Rauch, einem hämmernden Rhythmus und erhitzten Gemütern ist es einfach zu vergessen, dass draußen, im Postkreis 101 Reykjavík, die arktische Kälte lauert. Nicht dass Hlynur, der Antiheld dieser schwarzen Komödie, eine Ahnung hätte, wo er sich genau befindet, da er sein Leben fast ausnahmslos in Bars verbringt. Er scheint sich weit mehr für Bier zu interessieren, als für die Frauen, mit denen er die Nächte verbringt. Der 28-jährige lebt immer noch bei seiner Mutter Berglind und will partout nicht einsehen, warum er sich eine eigene Wohnung oder gar eine Stelle suchen sollte; er genießt das Nichtstun. Als seine Mutter jedoch ihre Flamencolehrerin Lola über die Weihnachtstage einlädt, wird dieses bequeme Lebenskonzept in Frage gestellt. Die heißblütige Spanierin bringt wenig Verständnis für Hlynurs zielloses in die Nacht Hineinleben auf. Dennoch zieht sie am Weihnachtsabend mit ihm durch die Bars ­ auf der Suche nach hübschen Frauen. Im Bett jedoch landet sie letztendlich mit ihm. Als seine Mutter und Lola ihm einige Zeit später eröffnen, dass sie ineinander verliebt seien, fällt er aus allen Wolken. Das Coming-out seiner Mutter ist aber nur der Anfang. Als Lola plötzlich schwanger und Berglind über die bevorstehende Geburt überglücklich ist, dämmert es dem nun völlig verunsicherten Hlynur, dass er möglicherweise als unfreiwilliger Samenspender bald der Vater seines eigenen Geschwisterchens werden könnte...

Die Dreieckskomödie ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches des in Island sehr populären Schriftstellers Hallgrimur Helgason. Sie spielt im Rhythmus der Songs, die vom Exleader der Sugarcubes, Eimar Ørn, und vom Sänger der englischen Britpopband Blur, Damon Albarn, komponiert wurden. Letzterer besitzt mit Kormákur zusammen die Bar Kaffibarinn, in der sich der größte Teil des Films abspielt. Kormákur begegnete Helgason in eben diesem Lokal, als dieser ein noch nicht veröffentlichtes Manuskript in den Händen hielt. Kormákur gefiel das Buch so gut, dass er es sofort verfilmen wollte: die nonchalante und bezugslose isländische Jugend, die im eiskalten Reykjavík umherirrt.

zwischen den Feiertagen machen Hlynur und Lola die Bars unsicher, später landen sie im Bett ...
Weihnachten in Reykjavík (Island): Hlynur hat einen Weihnachtsbaum besorgt ...
zu spät entdeckt Hlynur, dass Lola eigentlich die Geliebte seiner Mutter ist ...
Lola, eine spanische Flamenco-Lehrerin und Freundin der Mutter, kommt zu Besuch ...
die zwei Frauen freuen sich auf den »gemeinsamen« Nachwuchs ...